Die Welt steht still!

Es ist 23.00 Uhr, der Kopf ist immer noch leer. Viele erkundigen sich, wie die Untersuchung lief. Ich spielte es herunter, ich schrieb, dass es ein Junge wird und das ihm am Arm was fehlt, es aber für uns nicht schlimm ist. In diesem Moment wollte ich einfach nur, dass niemand weiter nachfragt und überspielte das Ganze ein wenig. Dann schaltete ich mein Handy aus, ging ins Bett und weinte mich in den Schlaf. Der nächste Morgen kam, als ich aufwachte, lag Tobi schlafend neben mir, ich war beruhigt, dass er auch zur Ruhe kam. Ich stand auf, machte mich fertig, fuhr zum Kinderarzt und traf mich da mit meiner Mama und Leni, da es heute für sie eine Impfung gab. Auf dem Weg zum Arzt gingen mir weiter viele Gedanken durch den Kopf, aber ich wusste, du bist jetzt für Leni da. Sie braucht dich genau jetzt in dem Moment so sehr. Ich stieg aus dem Auto aus, sie kam freudestrahlend auf mich zu gerannt, ich drückte sie fest und spaßte mit ihr.. wie immer! Der erste Blick meiner Mama war etwas verstörend. Wie sollte sie sich verhalten? Ich blinzelte ihr zu und flüsterte ihr zu, dass es mir gut gehe. Kurz darauf merkte ich, dass sie meinen Papa anrief und ihm sagte, dass ich ok bin. Man merkte ihr ein kleines Stück Erleichterung an. Den Vormittag verbrachten wir bei Mc Donalds. Mein Mädchen darf mir nichts anmerken. Alles war friedlich und schön, meine Mama sprach mich auf die Feindiagnostik nicht an, sie war einfach nur bei mir und das gab mir so viel Kraft. Wir genossen die Sonne und fuhren danach noch Umstandshosen für mich kaufen, denn langsam passte ich in nichts mehr rein. Im Geschäft klingelte mein Telefon, der Arzt von der Feindiagnostik war dran. Er sprach ruhig und sachlich und bestätigte mir, dass ich mich am nächsten Tag schon in Leipzig vorstellen darf. Mit den Worten: „Bleiben sie stark! Ich wünsche ihnen alles Gute“, beendete er das Gespräch. Ich verkroch mich in eine Umkleidekabine, die Tränen rannten über mein Gesicht. Immer wieder sagte ich mir, du musst jetzt stark sein, Leni darf nichts merken. Kurz nach der Shoppingtour fuhren Leni und ich nach Hause, zu Tobias. Wir machten die Musik im Auto auf volle Lautstärke, trällerten alle Lieder laut mit. Das tat gut. Ich war abgelenkt. Ich schaute in die fröhlichen Augen meiner Tochter.

Mein Mädchen..was sie uns für Kraft in dieser Zeit gegeben hat, ist unfassbar!❤️

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