unser Zuhause muss warten..

es ist wieder diese Situation.. wieder diese Angst, wieder diese Unsicherheit. Unser kleines Windelpaket liegt vollkommen hilflos auf diesem großen Untersuchungstisch. EKG, Herzultraschall, all dies liegt jetzt noch vor uns. Die Schwestern geben wirklich ihr Bestes um ein EKG von Leopold zu schreiben, doch es kommen total utopische Werte dabei heraus. Die Schwester beruhigte mich und sagt, dass es öfter vorkommt, da der kleine Mann ja erst 2 Tage alt ist. Mich ereilt ein komisches Gefühl, Tobi sitzt noch im Warteraum. Ich ziehe unseren Leopold an und gehe mit ihm wieder in den Wartebereich. Tobias sieht mir an, dass schon wieder etwas nicht stimmt, aber ich lasse die Kirche im Dorf und versuche die Situation etwas zu umspielen. Wir werden endlich aufgerufen und dürfen zu der Ärztin rein, sie beginnt recht schnell mit dem Ultraschall. Tobi hält meine Hand, wir sitzen beide an der Seite von unserem Baby und unsere Hände werden feucht. 20 Minuten lang untersucht sie das Herzchen, 20 Minuten mal wieder voller Stille und Schweigen. Oh mein Gott, wir hassen es! Warum redet denn wieder niemand mit uns. Leopold liegt ruhig da und lässt die Untersuchung über sich ergehen. Wir sind stolz auf ihn. Jetzt nur nicht wieder anfangen zu heulen, sage ich mir leise. Nach einer gefühlten Ewigkeit schaut sie uns an und sagt, dass mit dem Herz alles ok ist, aber sie ihn beobachten möchte ,über das Wochenende. Was heißt das denn jetzt? Ich fühlte schon wieder meinen Puls pochen. Sie erklärte uns, dass seine Herztöne in der Schlafphase immer abfallen und sie ihn gerne an einen Monitor anschließen würde. MONITOR??? Ich merkte sofort wie Tobias tief atmete und versuchte den Kloß im Hals zu schlucken. „Also ist doch nicht alles in Ordnung?“, warf ich in den Raum. Sie antworte nur kurz und knapp, dass wir jetzt erstmal nicht den Teufel an die Wand malen. Sie schickt uns wieder auf das Zimmer und veranlasste eine Monitorüberwachung für das ganze Wochenende. Unsere Stimmung sank in den Keller, Tobias schob wortlos das kleine Bettchen mit unserem Leopold vor sich her und ich schlich hinter her. Im Zimmer angekommen, wurde Leopold angestöpselt und der Monitor begann zu arbeiten. Der Arzt sagte, dass nur Alarm ausgelöst wird, wenn der Herzschlag unter 80 fällt im Schlaf. Sofort erinnerten wir uns wieder an die Nacht der Geburt. In meinem Kopf schwebten Gedanken und Ängste. Ich will das nicht nochmal mitmachen. Dieses Mal ist Tobi nicht die ganze Zeit an meiner Seite, wie soll ich das alleine schaffen. Ich beobachte für die nächsten Stunden Leo‘s Bauch, ob er sich hebt und senkt, wie in einem Wahn starre ich pausenlos auf diesen Monitor und es dauert nicht lange, da schlägt der Alarm an. Unter 80, mit jedem Schlag wo die Frequenz sank wurde ich panischer. Die Schwester kam rein, sie schaltet den Alarm aus und notiert den Wert. Sie sah mir diese Unsicherheit an. Ein Neugeborenes Baby schläft in den ersten Wochen unheimlich viel, somit kann man sich vorstellen, wie oft dieser Alarm ausgelöst wurde. „Es macht mich wahnsinnig!“, sagte ich laut heraus. Die Schwester beruhigte mich und versprach mir, dass alles gut wird. Wie oft haben wir diesen Satz in der Schwangerschaft gehört. Natürlich ist alles gut geworden, Gott sei Dank, aber was ist, wenn das Herzchen vielleicht auf einmal aufhört zu schlagen? Die Frequenz sinkt weiter. Der Nachmittag war die Hölle. Tobi erkundigt sich per Telefon im Minutentakt, erstmals erzähle ich ihm so wirklich von meinen Ängsten. Am frühen Abend kam der Arzt ins Zimmer und teilt mir mit, dass unser kleiner Junge einfach nur von meinem Medikament, was ich leider auch in der Schwangerschaft weiter nehmen musste, noch etwas müde ist, und der Inhaltsstoff des Medikaments auch erstmal aus seinem Körper muss und das die Frequenz in der Wachphase gut aussieht. Das beruhigte mich etwas. In der Nacht wurde Leopold wieder von dem Monitor befreit, weil der Stationsarzt keine Veranlassung der Überwachung mehr sah, trotzdem musste ich nun doch noch bis Montag in der Klinik bleiben, wenn das EKG am Montag gut ist, dürfen wir endlich gehen. Das Wochenende verlief ruhig, meine Familie kam zu Besuch, und lenkten mich etwas ab. Leopold ist super lieb, er macht das mit dem Schlafen in der Nacht echt gut. Dann kam der Montag und der Termin beim Kardiologen..

Unser Fotoshooting im Krankenhaus zauberte uns in dieser Zeit ein Lächeln ins Gesicht.💙

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